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Damülser Heizwerk

Dass man in Damüls Faschina, den höchstgelegensten Urlaubsorten zwischen dem Bregenzerwald und dem Großen Walsertal, besonders tief durchatmen kann, liegt nicht nur an der guten Bergluft: Das seit 2003 betriebene Biomasse-Heizwerk in Damüls ist verantwortlich, dass in dem Luftkurort seither der CO2-Ausstoß um stattliche 85 % reduziert wurde! Statt Schornsteinrauch wie man ihn früher im Winter auf fast jedem Haus sah, sorgt das Heizwerk mit Industriehackgut der Säge Sonntag und Rundholz aus dem regionalen Wald für die Verteilung ökologischer Wärme.

Beharrlich zum Ziel

Der seinerzeitige und aktuelle Vizebürgermeister Karl Türtscher initiierte das für eine Streusiedlung äußerst ungewöhnliche Projekt. Eine erste Studie hatte das Projekt aufgrund der Leitungsthematik als schwierig erachtet, in einer nachfolgenden Feinstudie gab es grünes Licht. Dank akribischer Kommunikation mit allen Hausbesitzern wurde ein Anschlussgrad von über 96 % der Objekte im Einzugsbereich der Biomasse erzielt. Damit nimmt das Heizwerk Damüls europaweit eine Sonderstellung ein – fast jedes Haus in Damüls ist angeschlossen und wird aus der heimischen Energiequelle versorgt. Neben Vorteilen für Land- und Forstwirtschaft – in Vorarlberg wächst mehr Holz nach, als verbraucht wird – bleibt die Wertschöpfung in der Region.

Alle an einem Strang

Der damalige Gemeindevorstand mit Bürgermeister Wilfried Madlener, Karl Türtscher und Gemeinderätin und Hotellierin Andrea Klauser agierte gemäß dem Motto „Nichts ist so stark, wie die Idee, deren Zeit gekommen ist“. Mit starken Partnern und Gesellschaftern wie den Vorarlberger Kraftwerken, den Damülser Seilbahnen, der Raiffeisenbank, der Diözese Feldkirch, dem Landesstraßenbauamt sowie einigen Privatpersonen realisierte die Gemeinde die vielbeachtete Biomasseanlage. Fast alle Damülser Bürger waren optimistisch und begeistert – und die Erfolgsgeschichte des Werkes gibt ihnen Recht. Karl Türtscher: „Uns war wichtig, dass alle Gesellschafter selbst mitangeschlossen sind und die Gemeinde die Mehrheit hat. Damit war von Anfang an gewährleistet, dass das Heizwerk nicht ausschließlich gewinnorientiert operiert, sondern den Bürgern langfristig ein erträglicher Wärmepreis garantiert wird!“

Antizyklisch kaufen und verwerten

Ein Depot von 4000 Schüttraummetern Holz dient als großes Lager und strategisches Kapital. „Wir kaufen Holz dann, wenn es günstig ist und verwenden es dann, wenn es teuer ist“, erläutert Karl Türtscher. Im Winter entfällt daher das – schneebedingt meist erschwerte - Hochführen des Heizgutes. Die Gäste des Bergdorfes profitieren ebenfalls vom einzigartigen Biomasse-Werk. Schließlich ist das Damülser Klima dafür bekannt, sich positiv auf die Erholung und Heilung von Bronchial- und Atemwegserkrankungen auswirken zu können. Eine intakte Natur vor Ort und wegfallende Transportwege sind ein weiterer Nutzen. Die Versorgungssicherheit mit heimischem Holz ist gewährleistet, das CO2-neutrale Heizen im Kreislauf der Natur ein starkes Bekenntnis zu den Klimazielen von Land, Bund und EU.

Ausgereifte Technik für Bewohner wie Gäste

Mittlerweile wurden Millionen Liter Heizöl eingespart. Wer nach einem intensiven Skitag die Dusche in seinem Hotel aufdreht und das wohlig warme Wasser genießt, kann dies mit gutem Gewissen tun: Hier wird mit regionalem Holz Wärme und Warmwasser erzeugt. Und dank bester Wartung und ausgereifter Technik läuft das Biomasse-Heizwerk besonders rund: Die im Abgas enthaltene Restwärme wird zur Brennstofftrocknung verwendet, das Rauchgas dank eingebauter Kondensationsanlage von feinsten Staubpartikeln gereinigt. Die übliche Wasserdampffahne am Kamin sucht man meist vergebens. Lediglich der eigene weiße Atemhauch dampft an klirrenden Wintertagen...

Fakten Biomasseheizwerk Damüls

  • Inbetriebnahme: Dezember 2003
  • Leistung: 2.500 kW
  • Holzbedarf: ca. 12.000 Srm/Jahr
  • Einsparung an Öl: 600.000 Liter/Jahr