
Wenn der Winter in Damüls Faschina Einzug hält, ist Jornt Wildeboer meist schon unterwegs. Ski auf der Schulter, ein kurzer Gruß hier, ein Lächeln dort. Seit mehreren Jahren arbeitet er als Ski- und Snowboardlehrer in Faschina – in einem Skigebiet, das Raum lässt fürs Lernen und Zeit für Begegnungen.
„Der Winter beginnt für mich schon, bevor er für die Gäste startet“, erzählt Jornt. Frühmorgens geht es auf die Piste, oft noch bevor der Ort ganz wach ist. Gruppen werden eingeteilt, Skischuhe geschnallt, erste Schwünge gewagt. Jede Woche bringt neue Menschen mit neuen Geschichten – und genau das macht den Alltag so lebendig.
Die Verbindung zum Wintersport reicht weit zurück. Schon als Kind verbrachte Jornt mit seiner Familie viele Winter in den Bergen. Nach dem Schulabschluss war schnell klar, dass er diese Leidenschaft vertiefen wollte.
„Ich wollte Skifahren und Arbeiten verbinden“, sagt er. Eine Bewerbung bei der Skischule Faschina, die Anwärterausbildung im Winter 2017/18 – und ein Ort, der geblieben ist.
Faschina ist klein, überschaubar und bewusst ruhig. Für Jornt ist genau das die Stärke des Gebiets. „Gerade Anfänger:innen profitieren davon, dass es hier keine Hektik gibt“, erklärt er. Kurze Wege, vertraute Abläufe und ein Gelände, das Sicherheit vermittelt. Wenn Gruppen weiter sind, geht es auch einmal hinüber nach Damüls oder in den Snowpark – alles in eigenem Tempo.
Im Unterricht geht es nicht um schnelle Fortschritte, sondern um das Gefühl auf den Skiern. „Niemand soll überfordert sein“, sagt Jornt. Schritt für Schritt wächst das Vertrauen – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen, die oft erst spät mit dem Skifahren beginnen. Pausen, Wiederholungen und gemeinsames Lachen gehören genauso dazu wie konzentriertes Üben.
Viele Gäste bleiben nur eine Woche, manche kommen Jahr für Jahr wieder. Was bleibt, sind kleine Momente: ein erster sicherer Schwung, ein stolzes Lächeln am Lift, ein gemeinsamer Abschluss auf der Piste. Für Jornt sind es genau diese Begegnungen, die seine Arbeit besonders machen.
Aufgewachsen in der Stadt, lebt Jornt heute mitten in der Bergwelt. Die Ruhe, die Nähe zur Natur und das Dorfleben haben ihn schnell aufgenommen. „Das Flachland vermisse ich kaum“, sagt er. Und auch der Walser Dialekt kam irgendwann ganz selbstverständlich dazu.
Faschina ist für Jornt mehr als ein Arbeitsplatz geworden. Es ist ein Ort, an dem er arbeiten, lernen und sich weiterentwickeln kann. „Solange der Schnee fällt und die Menschen mit Freude auf die Piste gehen, bin ich genau hier richtig.“